Hamburg hat ein Schneeproblem!
Wir reden hier nicht von 50 cm Neuschnee, der über Nacht gefallen ist. Eher so 2 – 3 cm (nachgemessen habe ich nicht, aber die Grashalme haben noch gut sichtbar hervorgeschaut…). Allerdings hat das gereicht um heute morgen den gesamten Verkehr im Hamburger Westen (ich berichte nur was ich selbst erlebt habe, hoffe es war andernorts nur halb so wild…) lahmgelegt. Als ich heute morgen beim Anblick der weißen Straße noch zum Kindi gesagt habe “da fährt doch wieder nichts” dachte ich nicht, dass es tatsächlich so sein würde. Vielmehr habe ich mit ein bisschen Verspätung gerechnet (wie allgemein bekannt ist, neige ich gern ein klein wenig zur Übertreibung…), was ja nicht weiter schlimm ist – die gibt es auch bei Regen von vorn und aus nicht näher definierbaren Gründen. Es liegt wohl ganz einfach an der Tageszeit. Egal. Jedenfalls war ich trotz rutschiger (zumindest da wo “geräumt” war) Gehwege und der Tatsache, dass ich meine Winterstiefel aus der hintersten Ecke des Schuhschranks fischen musste, pünktlich an der Bushaltestelle. Auf dem Weg dorthin sah ich schon wie unglaublich langsam der Verkehr lief, dachte mir aber, dass es spätestens an der nächsten größeren Straße besser werden würde, denn schließlich gibt es so etwas wie Räumfahrzeuge. Zumindest gegen 8 Uhr morgens sollten die nahezu fertig sein. Glaubte ich. Hoffte ich. Vergebens. Mein Bus kam mit 15 Minuten Verspätung und war voll mit genervt dreinschauenden Menschen. Ich gesellte mich dazu und nahm mir vor, mir nicht meine gute Freitagslaune verderben zu lassen. Meine Füße hatten dann auch Zeit genug aufzutauen, denn wir brauchten für einen Weg von sonst 5 Minuten nochmals 15 Minuten. Ich fange jetzt nicht an über Platzangst zu reden, denn logischerweise stiegen auf dem Weg noch mehr Leute zu, die aufgrund der inzwischen halben Stunde Wartezeit ein klein wenig – sagen wir – angefressen waren. Die Busfahrerin war bemüht ein wenig gute Laune zu verbreiten mit einer netten Durchsage, die damit endete, dass sie uns “trotz allem” einen wunderschönen Tag wünschte. Ich war die einzige, die laut “Danke!” sagte. An der S-Bahn-Station leerte sich der Bus, ich fand einen Sitzplatz, packte mein Buch aus und war guter Dinge, dass die Verspätung sicher noch ein wenig aufgeholt würde, denn schließlich waren jetzt nur noch “größere Straßen” zwischen mir und meinem Ziel. Pustekuchen! Nachdem wir zwischenzeitlich eine Weile ganz standen um dann ein wenig später an einer Haltestelle komplett vorbei zu rutschen (wieder entschuldigte sich die nette Busfahrerin “sorry, ich kann nicht halten, ich RUTSCHE!”) kamen wir mit 45 Minuten Verspätung am Ziel an.
Da kommt doch echt Freude auf. Ich meine… was wäre denn, wenn es “normalen Schneefall” geben würde? Also so 20 – 30 cm? Würde man dann den Ausnahmezustand verhängen? Wieso ist es nicht möglich, dass man – obwohl der Schneefall konkret angesagt war – zumindest die großen Straßen bis 8:00 morgens geräumt hat? Das erste Räumfahrzeug habe ich gegen halb 9 gesehen. Ich würde mal sagen, dass das für alle Arbeitnehmer, Schüler, Reisenden, etc. einfach ein BISSCHEN zu spät ist? Man fragt sich…
Überflüssig zu erwähnen, dass mir 45 Minuten dann letztendlich auch fehlen was die Arbeit angeht. Ich habe zwar freitags keinen weiteren Termin, aber ich muss trotzdem zu einer bestimmten Zeit fertig sein damit ich nicht wild am “Ordnung und Sauberkeit verbreiten” bin wenn die Mami mit ihren Kindern vom Kindergarten zurückkommt.
Natürlich ist das alles nicht wirklich schlimm. Und man kann auch niemandem die Schuld geben, weil es eben eine Verkettung von Umständen war – die aber letztendlich abzusehen und vermeidbar gewesen wäre, wenn professionell gearbeitet würde. Und das ist es, was mich eigentlich ärgert. Wieso klappt das überall nur hier nicht? Wieso ist man hier bei 2 Flocken Schnee schon komplett überfordert und stürzt ins Chaos? Wieso fahren Porschefahrer so bescheuert in die Kurve, dass sie sich einmal um ihre Achse drehen und 5 m vor mir auf dem Gehweg landen? Um sich dann auf die selbe Art und Weise von jenem wieder herunterzudrehen? Warum wird vor Tiefgarageneinfahrten so super geräumt, dass sich gleich 2 Menschen der Länge nach hinlegen?
Ich möchte Frühling!!




2 Antworten auf “Fazit der Woche”
Mark
28. Januar 2012 um 16:31
Tja, die Norddeutschen haben es nicht so mit Winterdienst. Hier in Bayern klappt das a bissi besser. Und außerdem reden ich schon seit Jahren davon eine neue Partei zu gründen und Palmen statt eichen zu fordern.
Aber bis dahin -> fröhliches rutschen.
Bini
28. Januar 2012 um 18:58
Mark, man könnte auch sagen die Norddeutschen haben es nicht so mit dem Winter… aber abgesehen davon ist es ja nicht so, dass man es nicht kennen würde. Wir hatten jetzt zwei Winter in Folge mit viel Schnee und Eis. Man sollte meinen, dass ein gewisser Lerneffekt eintritt… dem ist aber nicht so. Ich wär übrigens mehr für Tannen statt Eichen. Da würde ich mich als Schwarzwaldmädel dann überall so richtig heimisch fühlen…