Eine Frage der Ehre…

Als ich heute morgen das „Hamburger Abendblatt“ aufschlug, musste ich das lesen, wovon ich eigentlich gehofft hatte, es weder lesen noch hören zu müssen… Christian Wulff, unser Zwischendurch-Mal-Bundespräsident, soll für seine 20-monatige Amtszeit nun bis ans Ende seines Lebens eine jährliche Zuwendung von knapp 200.000,– € bekommen. Das sind mal eben über den Daumen gerechnet 16.600,– € pro Monat. Und damit nicht genug… ihm steht neben diesem „Ehrensold“ auch noch ein Büro mit Sekretariat, ein persönlicher Referent sowie ein Dienstwagen mit Chauffeur zu (die dem Staat mit weiteren ca. 280.000,– € jährlich zu Buche schlagen werden). Da kann es ihm dann eigentlich komplett egal sein, dass sein ohnehin nicht ganz einwandfreier Ruf nun endgültig im Eimer ist und er – zumindest in absehbarer Zukunft – beruflich hierzulande wohl keinen Fuß mehr in die Tür bekommen wird. Das Problem, morgens nicht mehr in den Spiegel schauen zu können, wird er wohl auch kaum haben, an den Zustand hat er sich zwischenzeitlich entweder gewöhnt oder er ignoriert ihn weiterhin geflissentlich. Und… nicht, dass es ein „Geschmäckle“ hätte, dass der „Ehrensold“ vom Chef des Präsidialamtes, Lothar Hagebölling, gebilligt worden ist. Herr Hagebölling ist ein Vertrauter Christian Wulffs und war bereits Chef der Staatskanzlei unter dem Ministerpräsidenen Wulff in Hannover… das hat ALLES so seine Richtigkeit, natürlich. Die Voraussetzung für die Bewilligung ist im übrigen entweder die Erfüllung der Amtszeit oder ein Rücktritt aus „gesundheitlichen oder politischen Gründen“. Wie gut, dass die Rücktrittsrede mit Bedacht so formuliert war, dass man hier keinerlei Risiko eingegangen ist.

Manchmal kommen selbst bei mir großzügigem, neidlosen, friedliebenden Menschenkind leise Zweifel an diesem unserem System auf… – man könnte auch sagen, ich bin stinkwütend darüber, dass ständig mit zweierlei Maß gemessen wird! Das entspricht wohl kaum unserem Grundgesetz (Artikel 3, Absatz 1) „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“. Eher kommt es mir so vor wie in George Orwell´s „Farm der Tiere“ wo es heißt… „Alle Tiere sind gleich – Schweine sind gleicher!“

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