Phobien und so…

Ich hab heute eine meiner größten Ängste überwunden und bin zum Zahnarzt gegangen. Mann, bin ich stolz auf mich…

Die Telefonnummer von dem neuen Zahnarzt, dessen Praxis auf Angstpatienten spezialisiert ist, hatte ich schon seit Monaten und mich einfach nie getraut, dort mal einen Termin zu machen. Dabei habe ich durchaus die eine oder andere „Baustelle“… ich bekam binnen einer Woche einen Termin und habe ihn auch nicht sausen lassen obwohl mir über den Tag verteilt mindestens 100 gute Gründe eingefallen sind, weshalb ich vielleicht einfach nicht hingehen sollte oder müsste. 😛

Ich werde die Behandlung wohl in Schlafnarkose machen lassen (Analgo-Sedierung), da schläft man tief, ist aber für den Arzt ansprechbar. Und wenn ich aufwache ist alles fertig. Klingt doch gut, oder? Ich hoffe, die Kasse übernimmt einen Teil der Kosten, das muss ich noch in Erfahrung bringen. Und dann muss irgendwann noch die 25 Jahre alte Brücke neu… aber das eilt nicht so.

Puh… wenn ich es nur schon hinter mir hätte. Aber ich finde den ZA sympathisch, die Praxis riecht nicht nach Desinfektionsmittel und die tragen da alle so knallblaue Klamotten – kein weiß. Klingt vielleicht komisch… aber es hilft (besonders das Nicht-Vorhandensein des typischen Geruchs…)! Bis auf den Stuhl sieht da nix nach ZA-Praxis aus.

Nun stehen außerdem nur noch 6 weitere verschiedene Arztbesuche an – und die Physiotherapie. Uff…

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Bevorstehende Arztbesuche…

…lösen bei mir immer seltsame Symptome aus. Gestern hatte ich mir – ganz mutig – vorgenommen, dass ich heute mal einen großen Check bei meinem Internisten machen lasse. Da ich Panik vor Nadeln habe, ist das immer eine Riesen-Aktion für mich. Meistens schiebe ich es Wochen oder Monate vor mir her mit den fragwürdigsten Entschuldigungen, oder ich vergesse es schlichtweg – man könnte es natürlich auch als Verdrängen bezeichnen. Nun gut. Heute war geplant und was stellt sich prompt heute morgen ein? Schwindel, unterirdischer Blutdruck, Kreislaufbeschwerden… das volle Programm. Da kann man ja nicht noch zum Blutabnehmen und Belastungs-EKG gehen, weil man dann gleich aus den Latschen kippt. Also musste es vertagt werden. Praktischerweise hatte ich heute nachmittag auch noch einen Frauenarzttermin. Hier das selbe… ich habe ein ganz großes Problem überhaupt in eine Arztpraxis zu gehen und habe mir den ganzen Vormittag überlegt, was mich denn davon abhalten könnte. Der Kreislauf natürlich. Die Tatsache, dass ich meinen freien Nachmittag allein zu Hause besser nutzen könnte. Die Idee einfach nach Hause zu gehen, mich mit einer Kanne Tee auf mein Sofa zu legen und meinen niedrigen Blutdruck zu pflegen klang auch sehr verlockend. Allerdings habe ich es dann geschafft, in der Bahn sitzen zu bleiben und den Termin wahrzunehmen, weil aufgeschoben ja nicht aufgehoben ist. Das selbe Problem hätte ich dann in ein paar Wochen ja wieder gehabt. Also… es ging mir zwar nicht gut vorher und dort auch nicht. Aber anschließend war ich doch froh und stolz auf mich selber, nicht „geschwänzt“ zu haben. Und morgen früh nehme ich einen neuen Anlauf was den Check angeht. Zum Glück (oder vielleicht auch nicht) braucht man da keinen Termin, man geht einfach ganz früh hin und kommt dran. Mir graut jetzt schon davor… :grummel:

Ungebetene Gäste

Gestern hatte ich es ja bereits kurz erwähnt. Am Mittwochabend hatten wir Einbrecher hier in unserem Haus. Der Schock sitzt bei uns allen noch ziemlich tief und wir reden ganz viel drüber. Irgendwie ist so etwas ganz schwer zu fassen wenn man selbst davon betroffen ist. Normalerweise hört, liest oder sieht man im Fernsehen davon. Aber einem selbst passiert so etwas nicht, man trifft ja schließlich Vorkehrungen… haben wir auch, aber an diesem Tag war das wohl nicht genug.

Aber vielleicht fange ich mal von vorne an. Kindi und ich beschlossen am Mittwoch spontan, nach meinem Feierabend noch über den Weihnachtsmarkt zu bummeln. Das hatten wir in diesem Jahr noch nicht zusammen geschafft und in den folgenden Tagen hatten wir auch beide andere Pläne. Also haben wir uns gegen halb 6 in der Stadt getroffen und sind losgezogen. War auch alles ganz schön, wir waren rechtzeitig auf dem Rathausmarkt um den Weihnachtsmann mit seinem Engel im Schlitten über den Markt fliegen zu sehen und sind dann zum Winterzauber auf dem Jungfernstieg weitergezogen, weil es dort den besten Glühwein gibt. Den hatten wir auch nötig, denn es war echt saukalt. Anschließend gabs noch eine Bratwurst, wobei umgekehrt besser gewesen wäre, da der Glühwein mit Himbeergeist war und einen auf nüchternen Magen ganz schön zum Kreiseln brachte. Deshalb musste noch schnell ein Café Latte Venti von Starbucks nachgeschüttet werden und wir zogen schön aufgewärmt weiter. Anschließend gingen wir noch ein Stück durch die Kaufmanns-Passage und haben in einer Buchhandlung einen riesigen Australien-Kalender für´s Kindi gekauft. Dann ging´s auch schon wieder nach Hause. Als wir um kurz vor 21 Uhr in unsere Straße einbogen schaute ich – wie immer – zuerst auf meine Terrassentür, die zur Straße hin zeigt. Sie war zu und ich war beruhigt. Wir gingen durchs Gartentor aufs Grundstück zum Haus und ich schloss auf. Die Haustür war auch 2 x zugeschlossen, wie immer. Also niemand zu Hause. Als ich reinging und meine Schuhe auszog fiel mir auf, dass die Wohnungstür nicht geschlossen war. Ich schaute nach oben und auch dort standen die Tür sowie Schatzi´s Wohnzimmertür offen. Manchmal machen wir das so wenn die Katze oben ist, damit sie auf´s Klöchen kann und zu ihrem Fressen, welches beides im Keller steht. Normalerweise sind aber immer alle Türen zu wenn wir nicht da sind, weil die Katze sich sonst an den Möbeln zu schaffen macht. Sie hat dann Küche, Flur und den großen Keller für sich und das reicht. Ich fragte also das Kindi ob die Katze oben sei, weil sie zuletzt im Haus war. Das Kindi wusste von nichts. Ich ging rein und machte das Licht im Flur an und sah, dass sämtliche Türen offen standen, das Licht im Bad an war und war leicht irritiert. Nicht im geringsten habe ich an Einbrecher gedacht, denn die Terrassentür sowie Haustür waren ja ZU gewesen. Ich schau mich zum Kindi um und frage noch relativ unbedarft ob sie es eilig gehabt hatte, weil alle Türen offen standen und das Licht im Bad an war, nebenbei warf ich einen Blick in Küche, Kindizimmer und Gästezimmer. Sie meinte, sie hätte alle Türen zugemacht. Wir tauschten einen Blick aus und der Groschen fiel ganz langsam. Ich ging weiter in mein Wohnzimmer und dort stand die Terrassentür weit offen. Spontan ging ich hin und machte sie zu. Erstens weil es saukalt war und zweitens weil ich mich plötzlich unsicher fühlte. Dann war der Groschen ganz gefallen, denn ich sah mich um und entdeckte etliche Beweise dafür, dass die Türen nicht durch Zufall offen standen. Als erstes verschloss ich die Kellertür und dann die Wohnungstür, weil ich mir nicht sicher war, ob noch irgendwer im Keller oder oben war. Ganz langsam begann dann auch der Schock zu wirken. Ich fing an zu zittern. Dann rief ich erst Schatzi an und anschließend die Polizei. Bis die Polizei kam liefen wir wie Falschgeld durchs Erdgeschoss, ich wusste immer noch nicht, ob nicht doch noch jemand im Haus war und anfassen durfte ich auch nichts, eventueller Fingerabdrücke wegen. Das Kindi flößte mir ein Glas Wasser ein, weil es wohl befürchtete, ich würde gleich neben ihm liegen. So schlimm habe ich mich gar nicht gefühlt, aber das Wasserglas in meiner Hand hat dann doch ganz schön gewackelt. Ich habe dann mal überall nachgeschaut und festgestellt, dass im Erdgeschoss überall alles durchsucht worden war. Jede Schublade, jeder Schrank, jede noch so kleine Schachtel oder Dose. Einfach alles. Reinschauen sollte ich wie gesagt nirgends, deshalb konnte ich noch nicht sagen, was alles weg war. Als dann die Polizei kam und den Keller sowie das Obergeschoss gesichert hatte, stellten wir fest, dass auch dort jeder Winkel durchsucht worden war. Die mussten jede Menge Zeit gehabt haben, bevor wir sie überrascht hatten. Auch das fiel mir erst später ein, als die Polizisten schon wieder weg waren. Der Film lief irgendwie rückwärts ab und mir wurde klar, dass wir mit unserer Heimkehr die Einbrecher vertrieben hatten. Die Terrassentür WAR zu als ich kam, das weiß ich sicher. Vom Bad zur Terrassentür ist es nicht weit, da war zuletzt noch jemand drin als ich die Haustür aufschloss. Diese Erkenntnis hat mich dann noch mehr geschockt. Was, wenn die noch oben gewesen wären und wir hätten ihnen quasi den Weg abgeschnitten? Ich möchte gar nicht darüber nachdenken. Später kam noch ein Herr von der Kripo, der sich alles nochmal anschaute, sehr erstaunt war, dass ich wusste, was alles durchsucht worden war, denn die Einbrecher waren immerhin so ordentlich, alle Türen und Schubladen wieder zuzumachen und nur ein kleines Chaos zu hinterlassen, kein großes. Sogar die aufgehebelte Terrassentür hat nur minimal sichtbare Schäden, die lässt sich problemlos wieder schließen. Eigentlich müsste ich mich also bei ihnen bedanken, dass sie rechtzeitig aus dem Haus waren und nichts zerstört haben. Glück im Unglück könnte man sagen und mir ist klar, dass ich darüber echt froh sein kann und sollte. Trotzdem… es wurden viele kleine wichtige Dinge gestohlen, Schmuck von meinen Großeltern, Schmuck den Schatzi mir geschenkt hatte, oder andere Kleinigkeiten, die ich von irgendwoher bekommen habe, die mir viel bedeutet haben und die nie ersetzt werden können. Eigentlich müsste ich bis morgen eine Liste der gestohlenen Gegenstände machen. Aber mir fällt beim besten Willen nicht ein, was alles fehlt und wie ich das beschreiben geschweige denn den Wert  in Zahlen beziffern soll… Natürlich weiß ich von einigen Dingen, dass sie nicht mehr da sind weil sie offensichtlich fehlen. Aber andere, die ich länger nicht in der Hand hatte… ich überlege schon seit zwei Tagen. Außerdem ist es schmerzhaft so eine Liste zu machen, ich werd´ immer so traurig wenn ich an die Sachen denke, die mir viel bedeutet haben und die jetzt einfach weg sind – schlimmer noch, vermutlich achtlos weggeworfen wurden, weil damit niemand außer mir etwas anfangen konnte. Aber die Versicherung braucht die Liste also sollte ich mich mal zusammen reißen und anfangen…

Im Moment sind wir dabei, damit klar zu kommen, dass hier Leute durch unser Haus gegangen sind, alles angefasst und umgedreht haben, in unseren Sachen gewühlt und Dinge mitgenommen haben, an denen wir hingen und die wir nie zurückbekommen werden. Wir fühlen uns in unseren vier Wänden nicht mehr sicher, lauschen auf jedes Geräusch, machen überall Lichter an wenn wir das Haus verlassen und trauen uns kaum loszugehen und erst nach Einbruch der Dunkelheit zurückzukehren. Wir haben alle unterschiedliche und doch ähnliche Bilder im Kopf. Kindi hat Angst allein im Dunkeln, fühlt sich dauernd durch´s Fenster beobachtet. Ich sehe dunkle Gestalten durch mein Haus huschen und überall herumsuchen und habe ein mulmiges Gefühl, wenn ich die Haustür aufschließe. Richtig gut geschlafen haben wir die letzten Nächte alle nicht. Im Grunde ist es Quatsch, jetzt Angst vor einer Wiederholung zu haben. Das ist es auch nicht. Wir wissen alle, dass das relativ unwahrscheinlich ist. Schließlich ist hier 20 Jahre lang nix passiert. Aber der Kopf kann noch so lange sagen, dass es unrealistisch ist, wenn der Bauch es nicht kapiert. Das wird wohl noch eine ganze Weile dauern.

Bin dann mal weg…

Kliniktasche ist gepackt… vorhin hab ich noch Post aus dem UKE bekommen mit der Bitte, schon um 8:30 da zu sein. Dabei hatte ich vor, nicht vor halb 12 dort aufzukreuzen… *seufz* Jetzt muss ich auch noch früh aufstehen… aber was soll´s. Ich wünschte, ich hätte schon alles hinter mir, langsam aber sicher wird mir nun doch bange…

Deshalb werd ich mich hier jetzt gar nicht mehr lange aufhalten, meinen restlichen Kleinkram noch erledigen und irgendwas tun was mich ablenkt.

Daumendrücken ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht!! Ich hoffe, der nächste Eintrag steht vor dem nächsten Wochenende hier… Bis dahin!!  :greenwave:

Update

Ich bin guter Dinge und fühle mich gesund und munter. Das einzige was nicht stimmt ist das was man nicht sieht oder fühlt. Das ist wirklich ein seltsamer Zustand. Wovor ich eine sch…angst habe ist die Röntgenuntersuchung am Montag. Noch eine Hiobsbotschaft wäre wohl ein bisschen zu viel des Guten. Und am Dienstag hab ich meine erste Mammographie… hier das gleiche. Vor dem CT hatte ich keine Angst, vor der Mammo bisher auch nicht. Jetzt aber schon. Das beeinträchtigt mich. Bin ich am Dienstagabend zweimal „ohne Befund“ wird´s mir am Mittwoch leichter fallen, in die Klinik zum Vorgespräch zu gehen. Ich habe da – dem tollen Urologen sei dank – ganz schnell einen Termin beim operierenden Oberarzt bekommen und werde dann wohl hoffentlich auch schnell einen OP-Termin haben. Besser heute als morgen. Wenn schon, dann möchte ich das ganz schnell hinter mich bringen.

Allein das Wort Operation erweckt in mir sämtliche vorhandenen Ängste zum Leben und wenn ich alleine bin und ohne Ablenkung, dann kann ich wirklich kaum an irgendetwas anderes denken. Schon deshalb ist es wichtig, dass ich jetzt nicht noch Wochen warten muss. Aber erstmal muss ich MO und DI heil überstehen *bibber*

Vielen Dank nochmal für eure lieben Kommentare. Das bedeutet mir wirklich viel. Auch sonst habe ich sehr viel positive Resonanz bekommen, die mir hilft ohne allzu angstvolle Gedanken in die Zukunft zu schauen. Gestern habe ich den ersten beiden Kunden verkündet, dass ich wohl kurzfristig für ein paar Wochen ausfallen werde. Die erste hat mir einen ganz lieben Brief geschrieben, dass sie zur Not auch Monate auf mich warten würde (hat mich echt gerührt) und beim zweiten Kunden, der wie ein väterlicher Freund ist haben wir nach der Arbeit zwei Stunden nur gequatscht, uns einen Caipi gemixt und ich habe mal kurzfristig an etwas anderes gedacht. Ob die anderen Kunden (12 insgesamt) auch so reagieren werden weiß ich nicht. Ich kann´s keinem verdenken, sich nach Ersatz umzusehen wenn nicht abzusehen ist, wann ich wieder einsatzfähig sein werde. Diese Diagnose ist für mich – als Selbständige – nicht nur lebens- sondern auch existenzbedrohend. Aber darüber mache ich mir die wenigsten Gedanken. Im Moment habe ich mehr Angst vor der Krankenhaussituation.

Ich habe so blöde Gedanken wie: „geh ich vorher nochmal schnell zum Friseur, wer weiß wann ich das wieder kann?“ oder „kauf ich mir lieber Nachthemden oder Schlafanzüge?“ und „ich muss auf JEDEN FALL sämtliche Bon Jovi Songs auf meinen MP3-Player spielen zum mitnehmen… nur WIE lade ich den dort wieder auf???“ Ist schon seltsam, wie der Kopf arbeitet in so einem Fall. Schreibpapier und Stift brauche ich auch und genügend englische Bücher. Am besten ich packe jetzt schon eine Kliniktasche, damit ich auch nichts vergesse… Ich bin halt ein Planer!

Natürlich gibt es auch andere Gedanken. Solche wie… da lebt man 44 Jahre in einer „heilen Welt“ und plötzlich ändert sich das von einer Sekunde auf die andere mit einem Wort, das mit K anfängt. Krebs, das haben immer nur die anderen. Man selber ist zum Glück nie betroffen. Auch wenn einem die anderen furchtbar leid tun. Man selber bekommt das nicht. Man achtet ja auf sich und seine Gesundheit. Ich habe nie geraucht, trinke ganz selten und wenn dann ganz wenig Alkohol, esse gesund, lebe gesund, fühle mich gesund. Und dann das. Man glaubt es nicht. Weil nicht sein kann was nicht sein darf. Selbst als ich morgens beim Hausarzt das Wort zum ersten Mal gehört habe, dachte ich der irrt sich doch sicher. Aber der Urologe hat es mir dann abends auf den CT Bildern gezeigt. Ich hab´s mit eigenen Augen gesehen. Sehr groß und sehr dunkel. Sprichwörtlich und tatsächlich. Nicht wegzuleugnen. Keine kleine Operation aufgrund der Größe des Karzinoms. Ein großer Schnitt am Oberbauch. Nur noch eine Niere zu haben ist auch ein noch nicht vorstellbarer Gedanke. Wenn mit der dann was sein sollte… was dann? Klar kann man damit leben. Aber man muss noch mehr auf sich achten. Trotzdem kommen so Ideen auf wie „nie mehr richtig gesund zu sein“ oder „nie mehr einen Bikini tragen zu können“ (nicht dass ich das in den letzten Jahren getan hätte, aber ich hätte KÖNNEN – danach nicht mehr). Man schaut sich im Spiegel an und fragt sich, was aus einem wird, wie man hinterher aussehen wird. Solche Dinge. Es kommen immer mehr vermeintliche Kleinigkeiten dazu, die aber alle irgendwie relevant sind. Heute gesund, kräftig, leistungsfähig, immer gut gelaunt. Dann plötzlich alles anders. Außer gut gelaunt. Ich glaube, das wird mir nie abhanden kommen. Ich hoffe es zumindest. Bisher ist es noch da und hält mich am Leben und die anderen davon ab depressiv zu werden.

Genug geschwafelt! Aber ich musste mal ein paar meiner kreisenden Gedanken los werden.

Das große K

Der Befund ist eindeutig. Ein 8,4 cm breites und 8,6 cm langes großes K. Und es muss schnellstmöglich raus. Mitsamt der Niere. Die rettet man in so einem Fall nicht, das Risiko eines Rezidivs ist zu groß.

Es gibt auch etwas gutes – wenn alles raus ist brauche ich keine Chemo. Gestreut hat das große K noch nicht. Jedenfalls nicht in den Bauch. Die Lunge wird noch geröntgt um sicher zu gehen.

Irgendwie realisiere ich das alles noch nicht wirklich. Es überrollt mich grade wie eine riesige Tsunamiwelle. Das erste, woran ich gedacht habe, war Mama´s 70. Geburtstag, den wir hier bei uns feiern wollten. Aber bis zum 5. August kann ich nicht warten.

Nachdem ich´s meiner Familie gesagt habe, werd´ ich jetzt die Mama anrufen und mich danach ans Realisieren machen. Sollte hier mal kurzfristig Schweigen herrschen ist das ein gutes Zeichen, dann habe ich schnell einen OP-Termin bekommen.