Vom Christkind

Vom Christkind

Anna Ritter (1865-1921)

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.
Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.
Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack –
denkt ihr, er wäre offen der Sack?
Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Ãpfeln und Nüssen!


frohes_fest_0008

In diesem Sinne wünsche ich allen wunderbare Weihnachten!!

Advertisements

Südtiroler Apfelpunsch mit Calvados…

…ist neben Glühwein mit allerlei unterschiedlichen“Beimengungen“ mein Advents- und Weihnachtsgetränk des Jahres. Sehr einfach zuzubereiten, wärmt schön und verbreitet gute Stimmung 🙂

apfelpmitcalvados

Man nehme für 4 Gläser Punsch…

…600 ml Apfelsaft

…400 ml Weißwein

…2 gestrichene EL Gewürz für Apfelpunsch, z. B.

punschgewurz

Diese Zutaten unter gelegentlichem Rühren in einem Topf erhitzen. Nur heiß werden lassen, nicht kochen!!

Dann füllt man den heißen Punsch in 4 Punschgläser, und gibt nach Belieben einen Schuss Calvados hinzu.

Prost!! 🙂

 

 

Und noch ein Gedicht…

The night before Christmas

(Clement Clarke Moore, 1823

T´was the night before Christmas, when all through the house
Not a creature was stirring, not even a mouse.
The stockings were hung by the chimney with care,
In hopes that St Nicholas soon would be there.

The children were nestled all snug in their beds,
While visions of sugar-plums danced in their heads.
And mamma in her ‘kerchief, and I in my cap,
Had just settled our brains for a long winter’s nap.

When out on the lawn there arose such a clatter,
I sprang from the bed to see what was the matter.
Away to the window I flew like a flash,
Tore open the shutters and threw up the sash.

The moon on the breast of the new-fallen snow
Gave the lustre of mid-day to objects below.
When, what to my wondering eyes should appear,
But a miniature sleigh, and eight tinny reindeer.

With a little old driver, so lively and quick,
I knew in a moment it must be St Nick.
More rapid than eagles his coursers they came,
And he whistled, and shouted, and called them by name!

„Now Dasher! Now, Dancer! Now, Prancer and Vixen!
On, Comet! On, Cupid! on, on Donner and Blitzen!
To the top of the porch! to the top of the wall!
Now dash away! Dash away! Dash away all!“

As dry leaves that before the wild hurricane fly,
When they meet with an obstacle, mount to the sky.
So up to the house-top the coursers they flew,
With the sleigh full of Toys, and St Nicholas too.

And then, in a twinkling, I heard on the roof
The prancing and pawing of each little hoof.
As I drew in my head, and was turning around,
Down the chimney St Nicholas came with a bound.

He was dressed all in fur, from his head to his foot,
And his clothes were all tarnished with ashes and soot.
A bundle of Toys he had flung on his back,
And he looked like a peddler, just opening his pack.

His eyes-how they twinkled! his dimples how merry!
His cheeks were like roses, his nose like a cherry!
His droll little mouth was drawn up like a bow,
And the beard of his chin was as white as the snow.

The stump of a pipe he held tight in his teeth,
And the smoke it encircled his head like a wreath.
He had a broad face and a little round belly,
That shook when he laughed, like a bowlful of jelly!

He was chubby and plump, a right jolly old elf,
And I laughed when I saw him, in spite of myself!
A wink of his eye and a twist of his head,
Soon gave me to know I had nothing to dread.

He spoke not a word, but went straight to his work,
And filled all the stockings, then turned with a jerk.
And laying his finger aside of his nose,
And giving a nod, up the chimney he rose!

He sprang to his sleigh, to his team gave a whistle,
And away they all flew like the down of a thistle.
But I heard him exclaim, ‘ere he drove out of sight,
„Happy Christmas to all, and to all a good-night!“

 

schlitten_0043

 

Es gibt davon auch eine deutsche Übersetzung von Erich Kästner:

Als der Nikolaus kam
(im Jahre 1947 aus dem Englischen übersetzt von Erich Kästner)

In der Nacht vor dem Christfest, da regte im Haus
sich niemand und nichts, nicht mal eine Maus.
Die Strümpfe, die hingen paarweis am Kamin
und warteten drauf, daß Sankt Niklas erschien.

Die Kinder lagen gekuschelt im Bett
und träumten vom Äpfel- und Nüsseballett.
Die Mutter schlief tief, und auch ich schlief brav,
wie die Murmeltiere im Winterschlaf,

als draußen vorm Haus ein Lärm losbrach,
daß ich aufsprang und dachte: Siehst rasch einmal nach!
Ich rannte zum Fenster und, fast noch im Lauf,
stieß ich die knarrenden Läden auf.

Es hatte geschneit, und der Mondschein lag
so silbern auf allem, als sei´s heller Tag.
Acht winzige Renntierchen kamen gerannt,
vor einen ganz, ganz kleinen Schlitten gespannt!

Auf dem Bock saß ein Kutscher, so alt und so klein,
daß ich wußte, das kann nur der Nikolaus sein!
Die Renntiere kamen daher wie der Wind,
und der Alte, der pfiff, und er rief laut: „Geschwind“

Renn, Renner! Tanz, Tänzer! Flieg, fliegende Hitz´!
Hui, Sternschnupp´! Hui, Liebling! Hui, Donner und Blitz!
Die Veranda hinauf und die Hauswand hinan!
Immer fort mit euch! Fort mit euch! Hui, mein Gespann!“

Wie das Laub, das der Herbststurm die Straßen lang fegt
und, steht was im Weg, in den Himmel hoch trägt,
so trug es den Schlitten hin auf unser Haus
samt dem Spielzeug und samt dem Sankt Nikolaus!

Kaum war das geschehen, vernahm ich schon schwach
das Stampfen der zierlichen Hufe vom Dach.
Dann wollt´ ich die Fensterläden zuzieh´n,
da plumpste der Nikolaus in den Kamin!

Sein Rock war aus Pelzwerk, vom Kopf bis zum Fuß.
Jetzt klebte er freilich voll Asche und Ruß.
Sein Bündel trug Nikolaus huckepack,
so wie die Hausierer bei uns ihren Sack.

Zwei Grübchen, wie lustig! Wie blitzte sein Blick!
Die Bäckchen zartrosa, die Nas´ rot und dick!
Der Bart war schneeweiß, und der drollige Mund
sah aus wie gemalt, so klein und halbrund.

Im Munde, da qualmte ein Pfeifenkopf,
und der Rauch, der umwand wie ein Kranz seinen Schopf.
Ich lachte recht hell, wie er so vor mir stand,
ein rundlicher Zwerg aus dem Elfenland.

Er schaute mich an und schnitt ein Gesicht,
als wollte er sagen: „Nun, fürchte dich nicht!“
Das Spielzeug stopfte er , eifrig und stumm,
in die Strümpfe, war fertig, drehte sich

hob den Finger zur Nase, nickte mir zu,
kroch in den Kamin und war fort im Nu!
In den Schlitten sprang er und pfiff dem Gespann,
da flogen sie schon über Täler und Tann.

Doch ich hört´ ihn noch rufen,
von fern klang es sacht:
„Frohe Weihnachten allen,
– und allen Gut´Nacht!“

An Tagen wie diesen…

…an denen es stürmt, quer regnet und den ganzen Tag nicht hell wird… da wünsche ich mir wirklich nichts mehr als ENDLICH meinen alljährlichen Weihnachtsurlaub zu haben, um einfach mal morgens nicht aufstehen und losgehen zu müssen. Mein heutiger letzter Arbeitstag in diesem Jahr war einer dieser Tage… man hört schon morgens vor dem Wecker, wie der Wind ums Haus heult und der Regen gegen die Rollläden prasselt und wünscht sich nichts sehnlicher, als im warmen Bett liegen bleiben zu können. Der Weg zur Arbeit bei Finsternis, Regen und Sturm macht die Sache nicht besser. Ich kann´s nicht ändern… wenn ich morgens im Stockdunkeln bei der Arbeit ankomme, dann ist das für mich mitten in der Nacht und so fühle ich mich auch. Das zieht sich von Ende November bis Anfang Februar. Mein Körper akzeptiert das einfach nicht, dass es morgens so lange dunkel ist. Also sehne ich mir meine 2 freien Wochen über Weihnachten/Neujahr herbei um wenigstens erst aufstehen zu müssen, wenn es draußen bereits hell ist. Das ändert dann schon einiges…

Schnarch

Dabei liebe ich die Adventszeit mit all ihren Lichtern und Düften. Aber in dem hektischen Treiben vor den Feiertagen bleibt kaum Zeit, das alles angemessen zu genießen. Einkaufslisten, Menüpläne, Weihnachtsbaumkauf, Geschenkverpackungen, Weihnachtskarten… das alles geistert einem im Kopf herum, man hakt mental eins nach dem anderen ab, nur um nochmal von vorn zu beginnen, weil man befürchtet, etwas wichtiges vergessen zu haben (was meistens auch der Fall ist…). Dann kommt er enlich, der letzte Arbeitstag (nicht, dass ich die Arbeit an sich nicht mag, im Gegenteil…) und man kommt tatsächlich zur Ruhe, zur Besinnung und auch dazu, diese Zeit einfach mal genießen zu können, denn dazu ist sie ja eigentlich da. Warum macht man sich eigentlich soooo viel Stress, um es sich dann für kurze Zeit richtig gut gehen zu lassen? Das habe ich mich in den letzten Tagen öfter mal gefragt. Ich versuche bewusst, den Stress so gut wie möglich zu vermeiden, indem ich einfach sehr viel im voraus plane. Das funktioniert auch ganz gut. Trotzdem fahren die Gedanken dauernd Karussell und man überlegt immer wieder aufs neue, ob man auch wirklich an alles gedacht hat. Auch beim Wochenendeinkauf macht sich eine gewisse Hektik breit… nie sind die Menschen im Supermarkt derart aggressiv und hektisch wie in der Woche vor Weihnachten. Warum nur? Nur wegen der paar Stunden in denen alles perfekt sein muss? Ich schließe mich da selbst nicht ganz aus, auch wenn ich sicher eher entspannt bin, der Stress ist eher nur in meinem Kopf, ich trage ihn nicht nach außen. Trotzdem wünsche ich mir manchmal die unbeschwerte Vorfreude aus meiner Kindheit zurück… Ich vermute mal, das geht nicht nur mir so.

Aus diesem Grund mag ich wohl auch dieses Lied von Rolf Zuckowski so sehr, das ich vor vielen Jahren auf der Weihnachts-CD vom Kindi schon am liebsten gehört habe…

„Auf der Suche nach Weihnachten“

In diesem Sinne… wünsche ich noch ein paar schöne, besinnliche Vorweihnachtstage!!

santatree

Aus der Weihnachtsbäckerei…

… gibt es heute mal ein leckeres Rezept für alle, die – so wie ich – sehr gerne Zimt mögen.

backfiguren-0006.gif von 123gif.de

„Zauberhafte Zimtherzen“
(ergibt ca. 3 Bleche/85 Stück)

Zutaten:

5 Eiweiß

450 g Puderzucker

4 TL Zimt

2 EL Himbeergeist

600 g gemahlene Mandeln

Zuerst die Eiweiße mit dem Mixer (Rührbesen) zu festem Schnee schlagen. Dann den Eischnee langsam mit dem Puderzucker, Zimt und Himbeergeist verrühren. Ca. 10 Esslöffel dieser Mischung abnehmen und in eine Schüssel geben. Für später beiseite stellen.

Nun die gemahlenen Mandeln langsam und vorsichtig unter die restliche Masse rühren. Den fertigen Teig für eine Stunde in den Kühlschrank stellen.

Danach den Teig mittels Teigrolle zwischen Frischhaltefolie ca. 0,5 cm dick auswellen und Herzen (natürlich kann man nach Belieben auch andere Formen nehmen, der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt) ausstechen. Diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen und anschließend mit der restlichen Eischneemischung bestreichen.

zauberhafte zimtherzen

Die Plätzchen nun über Nacht ruhen lassen und am nächsten Tag im vorgeheizten Backofen bei 220°C exakt 5 Minuten backen. Anschließend auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Die „Zauberhaften Zimtherzen“ haben den Vorteil, dass sie sofort nach dem Backen wunderbar weich sind und nicht erst tagelang in einer Dose aufbewahrt werden müssen bevor sie gegessen werden dürfen.

zauberhaftezimtherzenfertig

Tipp… sollte der Teig zu klebrig sein kann man nach Bedarf vor dem Ausrollen noch gemahlene Mandeln hineinkneten, bis er die gewünschte Konsistenz erreicht hat.

Guten Appetit!! 🙂

backfiguren-0003.gif von 123gif.de

Lieblingsgedichte im Advent

Wer erinnert sich nicht gern an seine Kinderzeit und all die schönen Dinge, die man „damals“ so geliebt hat. Dazu gehören für mich unter anderem auch Gedichte. Dieses hier vom Knecht Ruprecht war und ist eins meiner allerliebsten…

 

026

Knecht Ruprecht

Theodor Storm (1817-1888)

Von drauß’ vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein blitzen;

Und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor;

Und wie ich so strolcht’ durch den finstern Tann,
da rief’s mich mit heller Stimme an:

“Knecht Ruprecht”, rief es, “alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!

Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,

Alt’ und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn;

Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder Weihnachten werden!”

Ich sprach: “O lieber Herre Christ,
meine Reise fast zu Ende ist;

Ich soll nur noch in diese Stadt,
wo’s eitel gute Kinder hat.”

– “Hast denn das Säcklein auch bei dir?”
Ich sprach: “Das Säcklein, das ist hier:

Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
essen fromme Kinder gern.”

– “Hast denn die Rute auch bei dir?”
Ich sprach: “Die Rute, die ist hier;

Doch für die Kinder nur, die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten.”

Christkindlein sprach:” So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!”

Von drauß’ vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

Nun sprecht, wie ich’s hier innen find!
Sind’s gute Kind, sind’s böse Kind?

026